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Kontovollmacht bzw. Bankvollmacht kann jederzeit wiederrufen werden

Was passiert, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, sich um seine Bankgeschäfte zu kümmern – zum Beispiel bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit? Mit dieser Frage sollte man sich nicht erst auseinandersetzen, wenn die Situation eintritt, sondern rechtzeitig alles in die Wege leiten, damit eine dritte Person Überweisungen tätigen oder Geld abholen kann. Möglich ist das dank einer Kontovollmacht bzw. einer Bankvollmacht.

Die Rechte des Bevollmächtigten

Nötig ist eine solche Vollmacht, weil Konten – abgesehen von Gemeinschaftskonten wie sie bei Eheleuten üblich sind – immer an eine Person gebunden sind. Daher ist auch nur diese Person befugt, Aufträge zu erteilen. Das lässt sich nur ändern, wenn einem Dritten gewisse Rechte eingeräumt werden. Dazu wird eine Kontovollmacht erteilt. Sie erlaubt unter anderem, über das vorhandene Guthaben zu verfügen, das Konto zu überziehen, laufende Kredite zu nutzen, Kontoauszüge zu drucken und Informationen von der Bank anzunehmen. Ausgenommen sind Änderungen an Freistellungsaufträgen oder Krediten, Anträge auf neue EC- oder Kreditkarten und die Kündigung des Kontos. Entscheidend ist der genaue Wortlaut der Vereinbarung.

Drei Vollmachtoptionen

Unterschieden wird zwischen drei Arten von Kontovollmachten. Sie variieren darin, wie lange die Vollmacht gültig ist. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass die Bankvollmacht mit dem Tod des Kontoinhabers erlischt. Anderseits gibt es auch Vollmachten, die erst dann greifen, wenn der Todesfall eintritt. Dann spricht man von einer postmortalen Vollmacht. Bei der dritten, der gängigsten Variante gilt die Vollmacht ab dem Tag, an dem sie unterschrieben wird und über den Tod des Vollmachtgebers hinaus (transmortal). Die letzten beiden Optionen sind vor allem dann wichtig, wenn es um Nachlassangelegenheiten geht. Sie können dank der Kontovollmacht leichter abgewickelt werden. Ratsam ist, die Vollmacht kostenpflichtig registrieren zu lassen – im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. Dadurch wissen auch Vormundschaftsgerichte, an wen sie sich wenden müssen.

Vollmachten nur vertrauenswürdigen Personen erteilen

Für die Kontovollmacht sind die Unterschriften beider Parteien nötig. Idealerweise – wenn es sich um die Bank vor Ort handelt – gehen beide zum Berater, füllen das Formular aus und unterschreiben es. Der Bevollmächtigte muss sich darüber hinaus mit einem gültigen Ausweis legitimieren. Wem eine Vollmacht erteilt wird, sollte man sich sehr genau überlegen. In der Regel ist es der Ehepartner. Häufig sind es aber auch die Kinder oder andere Familienangehörige. Sie haben mit der Kontovollmacht Zugriff auf das Guthaben. Dazu bedarf es nicht einmal eines Notfalls. Wird die Vollmacht missbräuchlich genutzt, ist später nicht die Bank, sondern ausschließlich der bzw. die Bevollmächtigte haftbar zu machen. Hat man Zweifel, kann die Kontovollmacht jederzeit widerrufen werden.

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