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Das Leistungsspektrum eines Girokontos umfasst in der Regel einen sogenannten Dispokredit – um ganz genau zu sein: einen Dispositionskredit (lat. dispositio: Verfügung, Zuweisung). Wie der Name bereits verrät, handelt es sich dabei um eine spezielle Form des Darlehens. Im Vergleich zu regulären Ratenkrediten gibt es allerdings eine Reihe von Unterschieden, die den Dispositionskredit einerseits zu einer durchaus interessanten Option werden lassen, andererseits aber auch Nachteile aufweisen.

Voraussetzung: Bonität

Vom Prinzip her und dem Namen nach handelt es sich beim Dispokredit um ein Verfügungsdarlehen. Der Kunde kann über einen bestimmten Betrag verfügen und das Girokonto damit bis zu einer gewissen Summe überziehen, ohne dafür eigens einen Kreditantrag stellen oder sich jedes Mal einer Bonitätsprüfung unterziehen zu müssen. Voraussetzung dafür, dass ein solcher Verfügungsrahmen eingeräumt wird, ist ein festes Einkommen. Zudem darf kein negativer Eintrag bei der Schufa vorliegen. Denn auch beim Dispokredit möchte die Bank sicherstellen, dass er zurückgezahlt werden kann.

Verfügungsrahmen

Die Höhe des Verfügungsrahmens richtet sich daher hauptsächlich nach dem Einkommen. Die alte Regel, dass der maximale Dispositionskredit zwei bis drei Monatsgehältern entspricht, trifft jedoch nur noch bedingt zu. Die Banken rechnen inzwischen mit spitzerer Feder und berücksichtigen weit mehr Faktoren, unter anderem die Zuverlässigkeit des Kunden. Pauschale Aussagen, wie hoch der Dispokredit sein könnte, sind damit nicht oder nur noch schwer möglich, insbesondere bei jungen Kunden wie Berufsanfängern und Studierenden. Wenn die Umstände es erlauben, sind die Banken durchweg bereit, den Verfügungsrahmen im Laufe der Zeit anzuheben.

Hohe Kosten

Um den Kredit in Anspruch zu nehmen, bedarf es weder einer Rückmeldung bei der Bank noch anderer Formalitäten. Sobald das Konto im Minus ist, greift der Dispokredit. Die Zinsen, die für die Überziehung des Girokontos berechnet werden, liegen deutlich über denen für einen Ratenkredit. Sie fallen so lange an, bis das Konto wieder ausgeglichen wurde. Je länger es dauert, aus den roten Zahlen zu kommen, desto höher die Kosten. Sollte das Konto über den Verfügungsrahmen hinaus im Minus sein, spricht man von einer geduldeten Überziehung, die noch einmal deutlich teurer ist. Da es beim Dispokredit keine Ratenvereinbarung und keine feste Laufzeit gibt, liegt es daher ausschließlich am Kunden und seinen finanziellen Möglichkeiten, das Konto ins Plus zu bringen.

Alternativen

Aufgrund der Kosten sollte ein Dispositionskredit immer nur als kurzfristiger Finanzpuffer genutzt werden, um zum Beispiel Engpässe zu überbrücken oder höhere Ausgaben zu finanzieren. Für diese Zwecke ist der Dispositionskredit ideal. Steht allerdings von Anfang fest, dass das Girokonto erst nach längerer Zeit ausgeglichen werden kann, sind andere Alternativen wie ein Ratenkredit oder gegebenenfalls ein Abrufdarlehen die bessere und günstigere Wahl.